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Nachwuchs bei stark gefährdeter Affenart

23.02.2024

PRESSEMELDUNG

Am vergangenen Samstag kam im Zoo Osnabrück ein Drilljungtier zur Welt. Der Drill gehört zu einer der am stärksten bedrohten Primatenarten Afrikas. Umso größer ist die Freude am Schölerberg über den wertvollen Nachwuchs von Weibchen Katara. 

„Wir freuen uns wirklich außerordentlich darüber, dass wir erneut Nachwuchs in unserer Drillgruppe haben“, berichtet Revierleiter und Tierpfleger Benjamin Müller. „Bereits 2021 brachte Drillweibchen Katara ein Jungtier zur Welt und ist somit schon eine erfahrene Mutter. Aktuell trägt sie das Jungtier noch eng umschlungen an ihrem Bauch, ist aber schon gemeinsam mit der Gruppe auf der Außenanlage zu sehen. Immer in der Nähe ist Keymo, den sie 2021 zur Welt gebracht hat“, so Müller. Der Zoo Osnabrück ist einer von fünf zoologischen Einrichtungen in Deutschland, die den Drill halten. Am Schölerberg leben neben dem Weibchen Katara noch zwei weitere Weibchen und drei Männchen in der Osnabrücker Drillgruppe in der Afrika-Tierwelt Takamanda.

Nach einer Tragzeit von circa 190 Tagen ist dann der jüngste Nachwuchs am späten Abend des 4. Mai zur Welt gekommen. „Dies war für uns etwas ganz Besonderes, denn der 4. Mai ist passenderweise der ‚Internationale Tag des Drills“, freut sich der Revierleiter. Im Rahmen des „Tag des Drills“ hatte er mit Kollegen einen Aktionsstand an der Drillanlage aufgebaut. „An dem Stand haben wir insgesamt über 700 Euro an Spenden eingenommen, die wir nun an den Verein ‚Rettet den Drill e.V.‘  übergeben. Das freut uns natürlich riesig. Da war die Geburt des Jungtieres der krönende Abschluss eines gelungenen Tages.“

Artenschutz einer bedrohten Tierart

Der Drill hat ein imposantes Erscheinungsbild: Ein ausgewachsenes Männchen bringt bis zu 35 Kilogramm Gewicht auf die Waage und die bunte Färbung an der Unterlippe und an ihrem Hinterteil ist ein besonderes Merkmal der Tiere. „Diese Affenart gehört allerdings zu den am stärksten bedrohten Primaten Afrikas“, weiß Tobias Klumpe, Zoologischer Direktor. „Die Regenwälder sind der natürliche Lebensraum dieser Tierart. Die Zerstörung der Regenwälder setzt dem Drill ziemlich zu. Aber auch der Mensch bleibt weiterhin eine der größten Bedrohungen. Wie in vielen Ländern weltweit ist auch dort die Urbanisierung ein Problem“, erklärt der Biologe.

Der Zoo Osnabrück unterstützt den Erhalt der stark gefährdeten Art sowohl durch die Zucht und damit einen Aufbau einer Reservepopulation als auch in ihren Lebensraum in Afrika: „Unabhängig von der Aktion im Rahmen des internationalen Drill-Tages unterstützen wir den Verein ‚Rettet den Drill‘ mit jährlichen Spenden. Der Verein betreibt das Limbe Wildlife Center in Kamerun und die Drill Ranch in Nigeria. Dort werden die Tiere sowohl gepflegt als auch gezüchtet. Zusätzlich leistet der Verein dort auch ein hohes Maß an Aufklärung in der Bevölkerung“, erläutert Klumpe.

 

Zooübergreifende Zuchtkoordination

Mit Zuchtbüchern wird die Zucht vieler Tierarten zooübergreifend koordiniert. Diese Zuchtbücher werden europaweit durch die European Association of Zoos and Aquaria (Europäische Vereinigung von Zoos und Aquarien, EAZA) geführt. Ziel ist es mittels dieser Arterhaltungsprogramme eine genetische Vielfalt zu sichern und eine Reservepopulation, also einen von der Natur unabhängigen Bestand, aufzubauen. „Die Koordinatoren dieser Programme sammeln alle Informationen über die in den europäischen Zoos lebenden Individuen der jeweiligen Tierart. Sie legen fest, welche Tiere auf Basis von Charaktereigenschaften, Genetik und Alter zusammengeführt werden sollten“, erklärt Lammers. Die Koordinatoren sind es auch, die Zuchtstopps aussprechen, wenn dies notwendig wird. „Für einen Zuchtstopp kann es ganz unterschiedliche Gründe geben. Bei unseren Seelöwen zum Beispiel wird nicht gezüchtet, da diese Zuchtlinie in Zoos schon gut repräsentiert ist. Trotzdem ist es toll, dass seit dem letzten Jahr wieder ein Seelöwenbulle in den Wasserwelten Mariasiel lebt, da wir so wieder eine natürliche Gruppenzusammenstellung haben“, so die Biologin. 

Im letzten Jahr zogen im Rahmen der Zuchtprogramme sieben Tiere in den Zoo Osnabrück. Darunter waren unter anderem der Seelöwenbulle Alvis und der neue Asiatische Elefantenbulle Ananda. Aufgrund von Empfehlungen des Zuchtbuches haben den Zoo aber auch mit einem Sandkatzenmännchen, dem Mönchsgeierweibchen und einem Kirk-Dikdik drei Tiere verlassen. Generell beteiligt sich der Zoo Osnabrück an 45 Zuchtbüchern. 

Zu den besonderen Highlights im vergangenen Zoojahr gehört die Geburt des Nashornjungtiers Lisbeth, die am 19. Februar 2023 zur Welt kam und sich seitdem gut entwickelt. Lisbeth ist der erste lebende Nachwuchs in 44 Jahren Nashornhaltung in Osnabrück. Auch das Südliche Breitmaulnashorn gehört zu einem der Zuchtprogrammen der EAZA. 
 

 

 

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