Elefantenjungtier Yaro

Nachwuchs im "Tal der grauen Riesen"

Wir freuen uns sehr, unseren neusten Zuwachs im Zoo begrüßen zu können: Elefantenjungtier Yaro. In der Nacht auf Montag, 21. Dezember kam Yaro um 1:58 Uhr zur Welt und ist damit der erste in Osnabrück gezeugte Elefant. Bis zum ersten Besuch beim kleinen Elefanten müssen sich die Fans jedoch gedulden, denn aktuell ist der Zoo Corona-bedingt geschlossen. Auf dieser Seite finden sie deswegen regelmäßig neue Infos, Fotos und Videos vom Nachwuchs. 

 

18.03.2021

Immer Action für Elefantenjunge Yaro

Der im Dezember 2020 geborene Elefantenjunge Yaro im Zoo Osnabrück ist ein Energiepaket: Immer aktiv und immer mutiger entdeckt er seine Umgebung und fordert die älteren Geschwister heraus. Derweil liegt das Untersuchungsergebnis für den im Februar 2021 verstorbenen zweiten Elefantennachwuchs vor.

„Yaro ist wirklich klasse, er hat so viel Energie und wird immer mutiger“, berichtet Nils Schröer, Tierpfleger im Elefantenhaus im Zoo Osnabrück. „Inzwischen läuft er ganz alleine im Elefantenhaus herum. Wenn es nach draußen geht, wird ihm die Gesellschaft seiner Mutter Douanita schnell zu langweilig und er läuft mit Schwester Sita oder Bruder Minh-Tan umher. Seinen größeren Bruder fordert er auch gerne zum Spielen heraus und provoziert ihn sogar manchmal.“ Yaro, Sohn von Douanita und Elefantenbulle Luka, kam am 21. Dezember 2020 als erster in Osnabrück gezeugter Elefantennachwuchs zur Welt und hält seitdem die Elefantengruppe auf Trab. „Inzwischen zeigt er Interesse am medizinischen Training und versucht mit seinem Rüssel den sogenannten Zielstab zu berühren, wenn wir mit Douanita auf freiwilliger Basis für medizinische Untersuchungen üben. Die Pellets, die wir zur Belohnung geben, hebt Yaro bereits auf und steckt sie sich in sein Maul. Er lutscht allerdings nur darauf rum, die Hälfte landet meistens wieder auf dem Boden“, lacht Schröer. Wird es Yaro zu langweilig, hat der Schlawiner bereits seine Methoden, um Aufmerksamkeit zu bekommen: „Wenn wir mit Douanita Fußpflege machen und Yaro das zu langweilig wird, rennt er weg und schreit ganz laut. Dann geht seine Mutter ihm natürlich sofort nach. Inzwischen hat sie die Taktik allerdings durchschaut und bleibt gelassen“, berichtet der Tierpfleger. Im Vergleich zu dem etwa 3,5 Jahre alten Jungbullen Minh-Tan fällt Schröer auf, dass Yaro sehr viel weniger schläft: „Er sucht wirklich immer nach Action. Wenn er dann nachts schläft, legt er sich häufig zu seiner Halbschwester Sita – und zwar gerne so, dass sie Rücken an Rücken auf dem Sandhaufen liegen. Er ist dann sehr kuschelig und sucht ihre Nähe.“

Pathologischer Bericht bestätigt Entscheidung
Während Yaro sich sehr gut entwickelt, ist inzwischen das Untersuchungsergebnis aus der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover zum zweiten, im Februar verstorbenen Elefantennachwuchs eingetroffen. Es bestätigt, dass das Team damals die richtige, wenn auch sehr schwere Entscheidung getroffen hatte, den kleinen Bullen fünf Tage nach der Geburt zu erlösen. Zootierarzt Thomas Scheibe berichtet: „Das Jungtier wollte partout nicht bei seiner Mutter trinken und suchte auch keinen Kontakt zu ihr. Das pathologische Ergebnis zeigt, dass das Tier nach den fünf Tagen schon sehr stark geschwächt und das Immunsystem sehr fragil war sowie, dass sich Entzündungen entwickelt hatten.“ Der Befund mache deutlich, dass es fraglich gewesen wäre, wie lange das Tier noch überlebt hätte. Damit ein Tier nicht unnötig weiter leidet, sei es wichtig, dann der Verantwortung nachzukommen, ergänzt der Tierarzt. Einen genaueren Hinweis darauf, warum der Nachwuchs nicht bei seiner Mutter trinken wollte und sich auch nicht für die anderen Artgenossen interessierte, zeigte die Pathologie allerdings nicht. „Die anderen Elefanten hatten sich auch nicht um ihn gekümmert, was sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise wird das Jungtier sofort umstellt und beschützt. Aber hier war nichts dergleichen zu beobachten – auch wenn Mutter Sita nach und nach eine Bindung zu ihrem Erstgeborenen entwickelte und ihn trinken lassen wollte.“ In den fünf Tagen nach der Geburt am 11. Februar kämpfte das Zooteam um das Überleben des Kleinen und versuchte mit allen Mitteln es zum Trinken bei seiner Mutter zu bewegen. Dabei unterstützten auch Elefantenexperten aus anderen Zoos. „Leider kann man bei Elefanten die Muttermilch nicht abpumpen und gleichzeitig haben Asiatische Elefantenkinder, die von Anfang an mit der Flasche und Ersatzmilch großgezogen wurden, bislang nie überlebt. Dieses Leiden wollten wir dem Kleinen ersparen. Auch das Veterinäramt versteht diese Entscheidung“, berichtet Scheibe.

Elefantenkuh Sita, Mutter des zweiten Jungtieres, geht es wieder gut. Ihr war der Verlust in den ersten Tagen anzumerken, da sie ruhiger war als sonst. Doch inzwischen ist sie wieder fester Teil der Elefantengruppe und kümmert sich viel um Jungtier Yaro. Und dieser genießt die Nähe zu seiner Halbschwester sichtlich. Im Zoo Osnabrück leben fünf Elefanten: Elefantenbulle Luka (47 J.), Kühe Douanita (34 J.) und Sita (8 J.) sowie die Jungbullen Minh-Tan (3,5 J.) und Yaro (3 Monate).

 

26.2.2021

Unsere Elefantenfamilie zum Ausmalen, Ausschneiden und Aufkleben

Bastelspaß für die ganze Familie: Als Beschäftigung für Familien und Zoo-Fans gibt es hier unseren Elefanten-Bastelbogen zum Herunterladen. Einfach ausdrucken, ausmalen, ausschneiden und die Figuren aufstellen. Fertig ist die eigene Elefantenfamilie mit Douanita, Luka, Sita, Minh-Tan und dem kleinen Yaro. Auch ein Sumatra-Tiger und unser Orang-Utan Männchen Buschi als Nachbarn der Dickhäuter sind mit dabei.

Kleiner Tipp: Die Figuren stehen am besten, wenn Sie den Bastelbogen auf dickerem Papier ausdrucken oder ihn vor dem Ausschneiden auf Karton aufkleben.

Schicken Sie uns gerne Fotos der fertigen Bastelwerke auf Facebook ("Zoo Osnabrück") oder Instagram ("zoo_osnabrueck") zu. Der Download ist kostenlos. Als Dankeschön freuen wir uns über eine Spende für das Projekt "Rüssel voraus", das unseren Elefanten ein größeres Zuhause ermöglichen soll.

Viel Spaß beim Basteln!

Download Bastelbogen

Dankeschön-Spende

 

 

25.1.2021

Yaro von Kopf bis Fuß

Wenn Yaro neben seiner Mutter Douanita und Halbschwester Sita steht, wirkt er noch sehr klein. Dabei ist auch ein Elefantenjungtier eigentlich alles andere als klein. Zwischen 80 und 100 Kilo brachte Yaro schon zu seiner Geburt auf die Waage und jeden Tag wächst er weiter. Wie sich der kleine Riese entwickelt, was er noch lernen muss und wie sich das Leben in der Herde verändert hat, verraten wir Ihnen hier:

Kleiner Riese

Yaro ist bald zwei Monate alt und wächst täglich. Aktuell ist er circa 90 Zentimeter groß, was sich allerdings nicht genau messen lässt, denn er versteckt sich meist hinter seiner Mutter Douanita.
Ganz schön schwer: Elefanten wiegen bei ihrer Geburt zwischen 80 und 100 Kilogramm. Danach nehmen sie pro Woche etwa 10 Kilogramm zu. Wie viel Yaro genau wiegt, können wir aber nur schätzen, denn er ist immer ganz nah bei seiner Mutter Douanita und kann nicht allein gewogen werden. In den nächsten Jahren wird Yaro aber stark zunehmen und immer großer werden. Sein Halbruder Minh-Tan wog mit zwei Jahren zum Beispiel bereits 990 Kilogramm.

 

Sehr viel Milch

Bei einer solchen Gewichtszunahme könnte man zurecht fragen, was wir dem Kleinen zu fressen geben. Die Antwort ist ganz einfach: Nichts. Zumindest noch nicht, denn die nächsten ein bis zwei Jahre wird Yaro von seiner Mutter gesäugt. Aktuell trinkt er circa 15 Liter Milch am Tag. Bereits mit drei bis vier Monaten fängt er dann an Heu und Gemüse zu probieren, sein Hauptnahrungsmittel bleibt aber noch einige Zeit die Milch von Mutter Douanita. 

Kleiner Rüsselakrobat

40.000 Muskeln sind im Rüssel eines Elefanten und damit muss er erst einmal umzugehen lernen. Yaro macht das aber bereits sehr gut. Er kann schon graben, greifen und auch etwas zum Mund führen. Für sein Alter ist er schon sehr geschickt.

Schrilles Trompeten

Was Yaro mit seinem Rüssel noch nicht kann, ist trompeten. Er muss erst entdecken, dass er mit seinem Rüssel auch Geräusche machen kann. Wer vor ein paar Jahren Minh-Tan trompeten gehört hat, bekommt aber eine Vorstellung davon, wie es sich auch bei Yaro anhören wird. Denn bei kleinen Elefanten ist das Trompeten viel höher und schriller als bei ausgewachsenen Tieren. Am Trompeten wird man Yaro also gut erkennen, wenn es dann soweit ist.

Lange Stoßzähne

Noch kann man sie nicht sehen, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Nach etwa einem Jahr werden wir bei Yaro schon kleine Stoßzähne erkennen können. Bis er ausgewachsen ist, können sie eine Länge von bis zu zwei Metern erreichen und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Wie lang die Stoßzähne werden, ist aber bei jedem Elefanten unterschiedlich. Yaros Vater Luka hat beispielsweise sehr lange Stoßzähne. Bei asiatischen Elefanten bekommen übrigens nur männliche Tiere sichtbare Stoßzähne. Bei den Weibchen sind die Stoßzähne zwar vorhanden, aber sehr kurz und nicht sichtbar.

Elefantenfamilie

Im Zoo Osnabrück lebt jetzt eine richtige kleine Elefantenfamilie, denn neben Mutter Douanita, Halbschwester Sita und Halbbruder Minh-Tan lebt auch Yaros Vater Luka im Zoo. Während Douanita, Sita, Minh-Tan und Yaro als Gruppe zusammenleben, ist Vater Luka jedoch von ihnen getrennt, denn männliche Elefanten leben auch in der Natur als Einzelgänger oder in Junggesellengruppen. Die weiblichen Tiere schließen sich hingegen zu Familienherden zusammen und ziehen die Jungtiere zusammen groß. Am Zaun hat Luka Yaro aber schon kennengelernt und zeigte sich interessiert, dass es einen neuen Elefanten gibt. Er erkennt Yaro aber vermutlich nicht als seinen Sohn.

Spielkamerad für Minh-Tan

Obwohl er schon viel größer als Yaro aussieht, ist Minh-Tan mit drei Jahren noch kein erwachsener Elefant und entsprechend verspielt. Mit Yaro hat er nun einen kleinen Spielkameraden bekommen. Zu stürmisch darf Minh-Tan allerdings nicht sein, denn dann geht Mutter Douanita dazwischen, um Yaro zu schützen. Der kleine Bruder ist schließlich noch deutlich kleiner und verletzlicher als Minh-Tan, der das auch erst einmal lernen muss. Bei Schwester Sita sucht Yaro hingegen eher Schutz, anstatt mit ihr zu spielen. Manchmal piesackt Yaro allerdings schon Minh-Tan und rennt dann schnell zu Sita, um sich hierzu verstecken – ganz schön frech für sein Alter.

Yaros Lieblingsort

Einen richtigen Lieblingsort hat Yaro noch nicht, denn er ist meist an der Seite von Mutter Douanita. Sie gräbt allerdings gerne im Sand, weil dort öfter Runkeln versteckt werden. Yaro kann mit Runkeln zwar noch nichts anfangen, er gräbt aber bereits fleißig mit und es scheint ihm viel Spaß zu machen.

 

24.1.2021

Elefantenjungtier Yaro beim Spielen

Der kleine Elefantenbulle Yaro wird von Mal zu Mal mutiger, wenn er mit seiner Familie auf die Außenanlage darf. Er tollt herum und schaut sich bei Mutter Douanita ab, wie er Äste zerkleinern kann und spielt mit ihnen. Fressen kann der Kleine sie aber noch nicht. Aktuell ernährt sich Yaro noch hauptsächlich von Muttermilch. 

Gut zu wissen:
Es dauert ein paar Monate, bis Elefantenjungtiere feste Nahrung zu sich nehmen. Anfangs lutschen oder knabbern sie daran, bis sie schließlich anfangen, richtig zu fressen. Ein erwachsender Elefant kann bis zu 150 Kilogramm pflanzliche Nahrung pro Tag fressen.

 

4.1.2021

Elefantenjungtier Yaro erkundet die Außenanlage

Wenn der Wind nicht zu kalt ist, darf unser Elefantennachwuchs Yaro hin und wieder die Außenanlage erkunden. Yaro ist dabei immer an der Seite seiner Mutter Douanita, auch wenn er von Mal zu Mal mutiger wird. Die Elefantengruppe wird von unseren Tierpfleger*innen immer gemeinsam nach draußen gelassen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten geht es zurück ins Haus, damit Yaro nicht auskühlt.

 

29.12.2020

Interview mit Tierpfleger Nils Schröer

Wie hast du die Geburt und den Weg bis zur Geburt erlebt, wie hat es sich angefühlt?

Wir wussten zuerst über Hormonproben, dass unsere Elefantenkuh Douanita trächtig ist. Zu Beginn hat es jedoch etwas gedauert bis wir Gewissheit hatten. Man sieht am Anfang nur, dass sie nicht mehr läufig wird, nicht ob sie tatsächlich trächtig ist. Wir haben weiter Urinproben eingeschickt und hatten irgendwann die Gewissheit, was natürlich ein schöner Moment war. Die Vorfreude ist immer weiter gestiegen, allerdings eher langsam, schließlich sind Elefanten mit 22 Monaten sehr lange tragend. Der Geburtstermin rückte näher und irgendwann hat man auch gesehen das Douanita runder wurde. So konnten wir uns im Team Stück für Stück immer weiter auf die Geburt freuen. Zwischendurch wurde auch ein Ultraschall bei Douanita gemacht, der uns gezeigt hat, dass es dem Jungtier gut geht. Sowas beruhigt dann schon, auch wenn man eigentlich nicht an der Gesundheit der Tiere zweifelt, aber man weiß ja nie. Wir haben schließlich eine Kamera im Stall installiert, um auch nachts von zu Hause aus sehen zu können, ob es den Elefanten gut geht und um die Geburt nicht zu verpassen. Richtig spannend wurde es kurz vor der Geburt. Man hat gemerkt, dass die Herde unruhiger wurde und sich eine Veränderung anbahnt. Hormonproben haben dann auch gezeigt, dass die Geburt kurz bevorsteht. Dounaita hat uns aber doch noch etwas warten lassen und die Tage haben sich deutlich länger angefühlt als sonst. Da wurde man schon etwas unruhig und hat die Kamera abends etwas häufiger überprüft. Als es soweit war, sind eine Kollegin und ein Kollege morgens ins Elefantenhaus gekommen und da stand Yaro. Gesehen haben sie ihn zunächst aber nicht direkt. Denn alle Drei älteren Tiere, Douanita, Sita und Minh-Tan, haben sich um den kleinen herumgestellt, um ihn zu beschützen. Ein natürlicher Schutzmechanismus in Elefantengruppen. Über die Kamera wussten wir natürlich alle schon bescheid, aber ihn dann das erste Mal live zu sehen ist doch etwas Anderes. Wir sind alle wirklich froh, dass alles so gut verlaufen ist. Als Tierpfleger ist eine Tiergeburt einfach immer der schönste Moment. Bei den Elefanten ist es aber nochmal einzigartiger, denn so häufig wird man das nicht erleben.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Wir hatten ja rund 22 Monate Zeit uns einen Namen zu überlegen. Da konnten wir uns einige Gedanken machen. Es war aber von Anfang an klar, dass es ein asiatischer Name, für unsere Asiatischen Elefanten sein sollte. Wichtig war außerdem, dass man ihn gut rufen kann, denn wir rufen die Elefanten mehrmals täglich bei ihrem Namen. Wir haben uns dann im Team männliche und weibliche Namen überlegt, schließlich wussten wir ja noch nicht was es wird. Am Ende standen dann jeweils zwei Namen zu Abstimmung und von denen ist es nun Yaro geworden.

Wie geht es mit Yaro jetzt weiter, wann erhaltet ihr als Tierpfleger Kontakt zu ihm?

Kontakt haben wir ja quasi vom ersten Tag an, wenn auch nur aus der Entfernung. Anfassen muss noch nicht sein, dass sollen die Elefanten selbst entscheiden. Yaro ist jetzt immer ganz nah bei seiner Mutter Douanita. Mit ihr machen wir unser Medical Training ganz normal weiter, so ist uns der Kleine auch schon mal etwas näher und kann sich an uns gewöhnen. Wir lassen ihm aber alle Zeit die er benötigt, um sich an uns zu gewöhnen und, um Vertrauen zu uns auf zu bauen. Ich schätze irgendwann wird Douannita den Anstoß geben und ihn sanft zu uns schieben. Dann dürfen wir ihn auch mal anfassen. Wann das ist, entscheiden aber die Elefanten.

Wie wird es, wenn bald zwei Babyelefanten im Zoo leben, was wird sich auch für euch verändern?

Erstmal wird sich für uns vermutlich nicht so viel ändern. Um die ganz kleinen kümmern sich ihre Mütter. Für uns geht der Alltag ganz normal weiter. Es wird aber interessant zu sehen, wie sich die Sozialstruktur in der Gruppe verändert. Minh-Tan war bisher der jüngste, der sich fast alles erlauben konnte. Wir müssen beobachten wie er mit der neuen Situation umgeht. Bisher ist es aber alles sehr harmonisch, wie es weitergeht werden wir sehen. Für uns Tierpfleger wird sich dann aber irgendwann auch der Arbeitsalltag verändern. Wenn die Kleinen älter werden beginnen wir irgendwann auch mit ihrem Medical Training. Dann haben wir sechs Elefanten um die wir uns kümmern, das bedeutet natürlich auch mehr Arbeit für uns. Zunächst ist aber alles wie gehabt.

 

22.12.2020

 

 

22.12.2020

Elefantenbaby im Zoo Osnabrück geboren


In der Nacht von Sonntag auf Montag ist der erste in Osnabrück gezeugte Elefant zur Welt gekommen. Bis zum ersten Besuch beim Elefantenbaby müssen sich Elefantenfans jedoch gedulden, denn aktuell ist der Zoo Corona-bedingt geschlossen. Mit einer Spende oder der neuen Patenschaft für den Nachwuchs kann jeder den Elefanten trotzdem etwas Gutes tun – bis Ende des Jahres werden Spenden sogar von der Stadt Osnabrück verdoppelt. Der Zoo stellt den jüngsten Zuwachs auf seiner Homepage und den Social-Media Kanälen vor. 
 
Am Montagmorgen war es nach etwa 22 Monaten Tragzeit endlich soweit. „Unsere Elefantenkuh Douanita hat in der Nacht um 1:58 Uhr ihr insgesamt sechstes Kind, einen kleinen Bullen, geboren“, freut sich Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V.. „Insbesondere in diesen schwierigen Zeiten, in denen auch der Zoo Osnabrück aufgrund der Schließung und fehlenden Einnahmen vor großen Herausforderungen steht, ist das eine ganz wunderbare Nachricht.“ Dem kleinen Elefanten gaben die Tierpfleger den Namen Yaro. „Das ist ein indischer Name und bedeutet ‚geliebter Sohn‘“, verrät Brickwedde. Insgesamt leben mit Yaro nun fünf Elefanten im Zoo Osnabrück: Mutter Douanita, Tochter Sita, Sohn Minh-Tan, Bulle Luka und Neuankömmling Yaro. Schon bald werden es sogar sechs sein, denn die fast achtjährige Elefantenkuh Sita erwartet ihr erstes Jungtier zu Beginn des Jahres.  
 
Spannendes Warten auf die Geburt
Bereits am Dienstag, den 15. Dezember hatte sich durch Douanitas Hormonspiegel abgezeichnet, dass Yaro bald kommen würde. „Ihr Verhalten hat uns das bestätigt. Sie hat sich immer stärker von der Gruppe abgesetzt und wurde sehr ruhig“, beschreibt Wulftange die vergangenen Tage. Montagfrüh war es soweit. Die installierte Kamera zeichnete die Geburt auf. „Yaro ist sehr schnell zur Welt gekommen. Douanitas Erfahrung ist ihr sicherlich zugutegekommen. Sie blieb ganz ruhig, hat sich sofort um Yaro gekümmert und ihn mit dem Vorderfuß angestoßen, um ihn von den Resten der Fruchtblase zu befreien und um ihn zum Aufstehen zu animieren“, so Wulftange. „Sita half ihr von Anfang an. Das ist toll, denn so kann sie schon lernen, was sie bald bei ihrem eigenen Kind machen muss.“ Während Sita Yaros Geburt begleitet hat, schlief der 3,5 Jahre alte Minh-Tan nur wenige Meter daneben tief und fest in einem Sandhaufen. Erst einige Minuten später wachte er auf und begrüßte aufgeregt den kleinen Bruder. „Douanita lässt ihn auch an Yaro heran. Das zeigt, wie harmonisch die Gruppe ist“, erklärt Wulftange. „Wird Minh-Tan aber zu stürmisch in Yaros Nähe, stellt sich Douanita sofort dazwischen und drängt Minh-Tan zurück.“ Yaro selbst macht auf die Zoomitarbeiter bislang einen sehr neugierigen, aktiven Eindruck. „Gleich am ersten Tag lief er viel zwischen Mutter Douanita und Schwester Sita umher, die ihn jedoch gegenüber uns Mitarbeitern abschirmen. Er trinkt auch immer wieder und entdeckt ganz unbedarft und noch etwas unbeholfen seine Umgebung“, so Wulftange. 
 
Umstellung für Minh Tan
Wie es für die Osnabrücker Elefanten jetzt weitergeht, weiß Daniel Menken, Revierleiter und Tierpfleger im Elefantenhaus. „Die größte Veränderung wird es für Minh-Tan geben“, vermutet Menken. „Bisher war er sozusagen der kleine Prinz, der sich fast alles erlauben konnte. Für seine Mutter steht nun aber der kleine Yaro im Mittelpunkt und auch seine große Schwester Sita wird sich bald um ihr eigenes Kind kümmern. Yaro selbst lernt nun erstmal alles kennen, die Umgebung, die Geräusche und die Abläufe hier im Elefantenhaus“, beschreibt Menken die Situation. Sita geht bereits jetzt in der Rolle als Mutter auf, auch wenn Yaro nicht ihr eigenes Kind ist. „Yaro darf sogar schon bei ihr trinken, wobei da wohl noch nichts heraus kommt. Vom Zeitpunkt ist Yaros Geburt ideal für Sita, so kann sie kurz vor ihrer Geburt noch mehr lernen“, freut sich Menken. Elefantenbulle Luka, der Vater der beiden Elefantenbabys, ist schon seit einiger Zeit von der Gruppe getrennt. „Er befindet sich in der ‚Musth‘“, erklärt Menken die Trennung. „In dieser Phase sind Elefantenbullen aufgrund besonders vieler männlicher Hormone sehr reizbar. Die Musth ist zwar schon nicht mehr so stark, aber vor allem zur Stressvermeidung für Sita und Douanita soll Luka zunächst weiterhin von ihnen getrennt bleiben. Den Jungtieren würde er aber nichts tun“, so Menken. „Die Trennung ist wie in der Wildnis, auch dort sind die Bullen die meiste Zeit Einzelgänger.“ 
 
Patenschaft und Spende für Yaro
Nun hoffen die Verantwortlichen, dass auch bei Sitas erster Geburt alles gut verläuft. „Sie war jetzt bereits bei zwei Geburten dabei, so weiß sie zumindest, was auf sie zukommt. Aber selbst zu gebären ist natürlich etwas Anderes, als nur dabei zu sein“, beschreibt Wulftange die Lage. „Douanita wird ihr auf jeden Fall beiseite stehen und wir bereiten Sita mit einer Art Schwangerschaftsgymnastik so gut es geht auf die Geburt vor.“ Viel Zeit zur Erholung bleibt den Verantwortlichen im Zoo nicht, denn bereits im Januar könnte es bei Sita soweit sein. Dann werden insgesamt sechs Elefanten im Zoo leben und die haben jede Menge Hunger. Bis zu 150 Kilogramm pflanzliches Futter frisst ein erwachsener Elefant pro Tag. Für die Versorgung aller über 2.200 Tiere des Zoos fallen im Monat rund 400.000 Euro an Kosten an. Geld, das dem Zoo aufgrund der aktuellen Schließung fehlt, denn normalerweise werden 75 Prozent der Kosten über Eintrittsgelder finanziert. Um einen Teil dieser fehlenden Einnahmen auszugleichen, ruft der Zoo zu Spenden auf, die noch bis Jahresende von der Stadt Osnabrück verdoppelt werden. Mit einer Spende oder der neuen Patenschaft für Yaro (39,90 Euro, erhältlich im Online-Shop shop.zooosnabrueck.de) kann man dem kleinen Elefantenjungtier helfen. Wer den kleinen Yaro kennenlernen will, kann ihn auf der Homepage des Zoos (www.zoo-osnabrueck.de) und auf den Social-Media-Kanälen schon virtuell besuchen.

Steckbrief

Name: Yaro
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 21.12.2020
Eltern: Douanita und Luka
Geschwister: Sita und Minh-Tan

Rüssel voraus!

Helfen Sie uns, unserer Asiatischen Elefantenfamilie ein größeres Zuhause zu bieten. Spenden Sie jetzt! Alle Informationen zum Projekt finden sie hier

Tierpatenschaft

Werden Sie Patin oder Pate unseres Elefantenjungtiers Yaro. Alle Informationen zur Teilpatenschaft finden Sie hier

Die Yaro-Jahreskarte

Mit der Jahreskarte 2021 können Sie das erste Lebensjahr des kleinen Elefanten ganz nah begleiten. Die Karte lohnt sich bereits ab dem zweiten Besuch und mit jedem Kauf unterstützen Sie unsere Zootiere. Wir hoffen, dass wir Sie bald wiedersehen können!